Omega & Olive – Tochter & Mutter

Die Ähnlichkeiten und den Charakter in den Verwandtschaftsbeziehungen unserer Kühen zu ergründen, macht mir den Arbeitstag abwechslungsreich und spannend.

Hier habe ich Omega und Olive beim zusammen rumhängen erwischt. Sie sind beide gleich verfressen, haben wohlgeformte Euter, einen freundlichen Charakter und wunderschöne Hörner. Von Olives Silhouette haben wir unser Logo abgemalt.
Olive hatte selbst einen Nasenpiekser als sie zu uns kam. Sie hatte wahrscheinlich ihre Artgenossen besaugt, weil sie ihr Saugbedürfnis nicht am Euter stillen konnte. Als sie das erste Mal kalbte, wollte sie von ihrem Kalb nichts wissen.
Omega hingegen ist, vielleicht auch über die väterliche Seite, sehr hingebungsvoll allen Kälbern gegenüber. Dieses Jahr setzt sie eine Runde aus mit der Milch (und nervt die anderen zum Teil hochschwangeren mit ihrem zyklischen Rindern…).

Früher hat es mich bei Landwirt*innen immer fasziniert, wie sie sich die Verwandtschaftsverhältnisse merken können. Inzwischen kann ich auch schon drei Verwandtschaftsgrade erläutern.

Immer wenn eine Färse das erste Mal kalbt, sie mir genau an, achte auch auf ihr Verhalten, und bin immer wieder erstaunt, wie viel sie von ihrer Mutter und Oma geerbt hat. Haben mehrere Färsen den gleichen Vater, ist es auch wieder total spannend zu sehen, was diese verbindet.

So züchten wir eine sehr harmonische und angepasste Zweinutzungsherde, die uns glücklich macht.

Was siehst du an Ähnlichkeit zwischen Omega und Olive?

Neuer Hütehund

Unser Altdeutscher Hütehund Juri ist leider letztes Jahr im Juli gestorben. Jeden Tag habe ich an ihn gedacht und ihn vermisst. Schon im Frühjahr kontaktierte ich eine Züchterin für Australian Koolies, meine neue Wunschrasse. Sie hüten stressärmer, gehen nicht so ran wie Altdeutsche. In Europa sind die Koolies sehr selten und ich fand in den Masuren die North Koolie Züchterin Magdalena.

Im August wurde Lilly geboren und Ende Oktober kam sie bei uns an. Ihre Geschwister leben in Holland, in der Schweiz und eine ist sogar in die USA geflogen! Alle bekommen eine richtige Arbeit und wir sind untereinander vernetzt – so spannend: genau gleiches Alter und gleiche Gene und Menschen, die etwas mit denen machen wollen!

Ich denke ja generell, dass alle Arbeitshunde auch wirklich eine Aufgabe brauchen, damit wir Menschen ihnen gerecht werden. Die Vielfalt ist da ja unendlich! 🙂

Lilly ist zunächst sehr vorsichtig und fragt nach. Sie hat aber schon nach einer Woche Kühe holen (in den ersten Tagen auf dem Arm) ein bisschen mitgemacht.
Jetzt binde ich sie, wenn ich im Büro bin, meist bei ihrer Decke im Stall an, damit die Kühe sich auch mit Kälbern mehr an sie gewöhnen können.

Helma, die Superamme!

… macht ihrem Kosenamen wieder alle Ehre. Sie hat Zwillinge bekommen und dann hat sie auch gleich den Kindergarten eröffnet. Alle Kälber fühlen sich bei ihr wohl und sicher.

Zu ihrem Kosenamen kam sie, weil Juri, unser Altdeutscher Hütehund, nie rein durfte in die Weide, auf der sie war. Sie scheuchte ihn immer zielsicher hinter die Litze! Nun muss unsere neue Hütedame Lilly (Australian Koolie) das schnell lernen, sonst wirds gefährlich.

Letztes Jahr hab ich Helma dann, obwohl sie ein Jahr ausgesetzt hatte mit dem Milchgeben (ist im Deckzeitraum nicht tragend geworden und pausierte dann einfach), mit in die Kälbergruppe gesteckt. Beim Nachbarn gabs nämlich einen Wolfsangriff. Bei uns jetzt nicht, aber ob es an Helma lag – ich weiß es nicht. Wir werden es weiter praxisnah erforschen.

Leider lassen die anderen Kühe noch auf sich warten mit der Kalbung, sodass es nächste Woche nun doch noch nicht so richtig losgehen kann mit der Belieferung. Wir brauchen also noch ein wenig Geduld mit der Natur der Dinge…

Warum unser Käse immer anders schmeckt

Jede Charge unserer Käse hat andere Nuancen. Das kommt daher, dass unsere Kühe auf großen Weide im Nationalpark Unteres Odertal ihr Futter selber suchen. Um die Bodenbrüter nicht zu bedrängen, darf nur eine Kuh pro 10.000m2 weiden. 

So fressen sie an einem Tag Schilf, am anderen frisch gewachsenes Grün und all die Kräuter dazwischen. Dadurch dass Wildpflanzen einen höheren Mineraliengehalt haben und auch wertvolle Öle enthalten, hat das natürlich auch Einfluss auf die Milch. Wenn wir diese roh verarbeiten bleiben all die sekundären Pflanzenstoffe erhalten. Wir schicken die Milch nicht durch eine Baktofuge, um alle Bakterien auszuschleudern, weil wir denken, dass die Natur uns das richtige gibt.

Die eindrückliche gelbe Farbe des Stolzen Udos (namensgebende Buchstaben aus dem Unterem ODertal) kommt vom Carotin im Gras. Wir mischen selbstverständlich nichts rein!
Natürlich verändern sich auch die frischen Milchprodukte im Jahresverlauf: Jogurt und Quark, Frischkäse und Bratkäse.

Unsere Form der ganzheitlichen Landwirtschaft ist einmalig in Deutschland. Wir wissen von keinem anderen Betrieb, der im Nationalpark melkt. (Mehr Infos zum Weidemelkstand).
Wenn du noch einen kennst, sag es uns gern. 🙂

Erlaubnis für Weideschlachtung

Unglaublich, aber wahr! Wir haben die Erlaubnis bekommen, die Bullen direkt auf der Weide zu schießen. Mit den großen Hörnern gab es in der Schlachtbox Probleme und so frei aufgewachsen und immer draußen, ist es so einfach tiergerechter.
Wir freuen uns sehr!

Etwas genauer betrachten

Dieses besondere Foto hat bestimmt Willi Lehnert auf unserer Ukraine-Reise gemacht.

Es drückt für mich so viel aus:
– Verbundenheit
– genauer hinschauen
– beobachten
– wahrnehmen
– die Situation mitdenken
– trotzdem kritisch sein
– darüber austauschen
– dadurch lernen
– flexibel mit Kind sein
– Kinder mitnehmen
– früher wurde alles mit Pferden gemacht statt mit Diesel
– wie können wir es heute tiergerecht schaffen?
– unkompliziert
– auch einfach ausprobieren und machen

Habt ihr Impulse, wenn ihr das Bild oder das Pferd betrachtet?

Weidebesuch und Stockmanship-Kurse 2021

Seit 2020 sind wir Demobetrieb und freuen uns auf noch mehr Besuch!

Schon vormerken: KUBILÄUM am 1.5.21 von 11-17 Uhr
Mit Mitbring-Buffett, Grill und Führungen zu den Kühen und Kälbern

Ihr wolltet schon immer KUHFLÜSTERN lernen? Los gehts:
17.4.21 14-17 Uhr Kühen und Kälbern entspannt begegnen
14.8.21 14-17 Uhr Kuhflüster für Anfänger! Der Low Stress Stockmanship Kurs

Natürlich könnt ihr die Stolzen Kühe auch einfach nur anschauen.
An folgenden Terminen ist ein Weidebesuch geplant:
29.5.21 gegen 12.30 (nach dem Bauernmarkt) bis 14.30 Uhr
19.6.21 gegen 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr
28.8.21 gegen 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr
25.9.21 gegen 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr
30.10.21 gegen 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr

Neue Stockmanship-Termine

Low Stress Stockmanship steht für eine Methode, wie durch Bewegung und Position stressarm mit Rindern umgegangen werden kann. Nach den Grundlagen der Kuh-Psychologie, den Motivatoren von Rindern und dem Zonenkonzept wird auf der Weide geübt, wie mit der Körpersprache Herdentiere getrieben und gelenkt werden können.

Workshopleiterin Anja Hradetzky ist Trainerin für wesensgemäße Tierhaltung und Demeter-Bäuerin. Sie gibt seit 2012 Seminare in Low Stress Stockmanship, trainiert Bauern / Bäuerinnen und Interessierte. Mit ihr fühlen sich Menschen mit Kühen, Kälbern und Bullen wohl.

Der Workshop findet innerhalb der Reihe „Blick jungen Menschen auf dem Land über die Schulter – Landwirtschaftsworkshops zum Mit- und Nachmachen!“ statt. Die Teilnehmeranzahl ist beschränkt. Anmeldungen sind bei Anja Hradetzky per E-Mail an stolzekuh äääd posteo.de möglich.

Lesetermine 2019 im Süden


Du wohnst im Süden Deutschlands oder in Österreich und willst mal einer verrückten Jungbäuerin beim Lesen zuhören? Na dann los gehts!

Mi, 27.3.19 19.30 Uhr im Buch-Café Kufstein, Unterer Stadtplatz 25
Do, 28.3.19 20 Uhr im Hirsch, Betzigau
Fr, 29. 3.19 18.30 Uhr in Bücherei Ochsenhausen, Schlossstr. 8/2
Sa, 30.3.19 20 Uhr im Gasthaus Sonne Peißenberg, Hauptstr. 92

Genug Appetit für alle?

Meine Freundin Vivian von der Solawi im Modautal meinte letztes Jahr ganz treffend, dass wir ja noch jung sind und unser ganzes Leben lang Zeit haben, unsere Ideale in der Wirklichkeit umzusetzen.

Nun müssen wir entscheiden, ob wir dieses Jahr alle männlichen Kälber bei uns aufwachsen lassen können.

Emmily hat sich draußen einen Platz gesucht und eine graue Tochter mit leicht rötlichem Teint geboren: Enya. Janusz hat die beiden in den Stall gebracht. Dort nuckelt Enya jetzt mit Veit und Orion, zwei Kälbern von Färsen, bei Emmily.

Wir handhaben es so, dass die Färsen im ersten Jahr lernen, wie das mit dem Melkstand funktioniert und dass es entlastend und angenehm ist, den Menschen die Milch zu geben. Sie besuchen ihre Kälber wann immer sie wollen, werden aber nicht mehr benuckelt.

Wenn du es wichtig und schön findest, wenn auf Milchhöfen auch die männlichen Kälber ihren Platz haben, dann ran ans Bestellformular: https://stolzekuh.files.wordpress.com/…/bestellformular-sto…

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