Lieber zur Zucht verkaufen als Schlachten

Bei vielen direkt vermarktenden Betrieben ist der Umsatz um 30% zurück gegangen seit Corona zu Ende (und der Urlaub wieder greifbar) und die Unsicherheit gestiegen ist wegen der Ukraine. Die Menschen scheinen verunsichert, doch gerade wenn die Krise noch krasser wird, wäre es doch wichtig zu wissen, wo gutes, nahrhaftes Essen resilient herkommt, oder?

Über die Lebensmittel, die wir täglich brauchen, können wir (neben dem Auto und der Heizung) am einfachsten bestimmen, ob es zu noch mehr Krieg um Ressourcen kommt oder nicht.

Die normale Wirtschaft setzt auf Billig-Lohn-Länder. Wie ich hörte, werden nun die Preise für die Frachtcontainer kräftig angehoben und zum Beispiel die Textilbranche schaut, was sie an Produktion wieder zurück nach Europa holen kann.

Unser Durchschnittsessen reist 3000km weit – da lässt uns nur hoffen, dass der Diesel noch teurer wird, damit dieser Wahnsinn sich weiter einschränkt. Wenn wir nicht auf Gras und regionale nachwachsende Rohstoffe setzen, bleiben wir weiter abhängig von Öl und Gas.

Die Flächenknappheit ist ein weiterer Faktor. Sollen Bäume abgeholzt werden, damit wir mehr Photovoltaik-Flächen installieren können, wie hier in unserer Nachbarschaft angedacht: https://pro-wald-hohensaaten.de/ Die politischen Akteure scheinen nicht auf dezentrale Energieversorgung auf allen Dächern und Parkplätzen zu setzen… wen müssen wir wählen, damit sich da etwas bewegt?

Wir lassen auf jeden Fall die Rinder weiterhin da grasen, wo für Menschen kein Essen angebaut werden kann (im Nationalpark) und machen das Futter für die 5 Winter-Monate selbst (noch in Diesel-Abhängigkeit, weil elektrisch nicht genug Power hat und wir noch nicht so weit sind, dass wieder mehr Menschen ihre Muskelkraft sinnvoller einsetzen als im Fitness-Studio..).

Nun denken vielleicht viele von euch, wir sind so berühmt geworden und in aller Munde, dass wir keine Absatzprobleme haben. Doch leider ist es anders. Wenn wir unsere Produkte nicht sicher absetzen können, bleibt uns nur der Schritt unsere Tierzahl zu verringern.

Weniger Rinder bedeutet, wir verkaufen welche an den Viehhändler. Das wäre gegen unsere Grundsätze, müssen wir aber gerade in Erwägung ziehen. Der Fleisch-Absatz ist nahezu eingebrochen. Das verunsichert uns und das berichten auch andere direkt vermarktende Betriebe.

Eine schönere Option ist, unsere robusten Zweinutzungstiere (Kühe, Färsen, Jungbullen, Deckbullen oder Kälber) an andere Höfe zu verkaufen. Ein paar Mal hat das schon geklappt und wir hätten noch welche. Also schau gern im Menüpunkt ZUCHTZIELE & TIERVERKAUF.

Es wäre so schön, wenn wieder mehr Menschen den Wert einer eigenen Tierhaltung entdecken und 2 Kühe im Garten hätten statt Mäh-Roboter!

Einen überregionalen Zuchtverband für Allgäuer Braunvieh und Angler Rotvieh alter Zuchtrichtung bräuchten wir noch. Wenn da jemand Ambitionen hat oder etwas hört, dann soll er*sie uns gerne Bescheid geben!

Bitte genauer hinschauen

Hinter den Hügeln und kaum einem bekannt, dort liegen die Vorteile des Weidemelkstands.
Wir haben die Kühe jetzt testweise auf unser Luzernegras gestellt. Dadurch können wir sehen, wie viel Milch sie im Herbst noch geben können und müssen das Futter nicht konservieren. Auf dem #Naturschutz-Grünland würden sie sich jetzt einfach trocken stellen, weil die Inhaltsstoffe des Grases sehr gering geworden sind.
Bis in den November hinein können wir Milch aus 100% Grasfütterung melken. Ist das #regenerativ?
Mit dem #Weidemelkstand sind wir flexibel und nicht nur ich genieße die Aussicht.

Hast du dich schon einmal gefragt, was es für die Kuh für einen Unterschied macht, ob sie selbst über die #Weide läuft und guckt, was ihr schmeckt und was sie gerade braucht, oder ob sie im Stall auf dem Futtertisch ihre Mahlzeit vorgesetzt bekommt?

Ich habe gerade ein Interview mit Gerald Hüther angehört. Da ging es darum, dass wir die Gestalter:innen unseres Lebens sind (und wie überlebensfähig wir überhaupt noch sind).
Als Menschen in der Landwirtschaft gestalten wir auch direkt das Leben unserer Mitlebewesen. Und als Essende haben wir täglich Einfluss darauf, wohin sich die #Landwirtschaft entwickelt.

Wenn die #Kühe beispielsweise auf #Grasland ihren Bedarf nicht mehr decken können und wir Mais (hoffentlich wenigstens mit Untersaat) silieren müssen, damit sie 40 Liter #Milch am Tag geben oder wenn wir so weit in die Evolution eingreifen, dass sie sich nach der Geburt nicht mehr um ihre #Kälber kümmern (dürfen), empfinde ich das als Zuchtrückschritt.

Nur wenn Menschen Produkte bevorzugen, bei denen sie wissen, wie die Tiere gelebt haben und wie viele Tiere überhaupt im Hintergrund des Produkts leben (Insekten, Regenwürmer…), können sie auch Einfluss darauf nehmen.

Deshalb sende ich bewusstseinserweiternde Grüße an alle #Käseliebhaber und auch an die #vegan lebenden Menschen. Durch Gespräche merke ich, dass sie das Label „vegan“ meist kurzsichtig akzeptieren, weil direkt kein Tier dafür gestorben ist – die Herstellungsweise der Rohstoffe dahinter blenden sie jedoch aus. Schade, denn es bräuchte viel mehr ehrlichen bio-veganen Anbau!

Nicht für mich sondern für die Tiere in unserer Umwelt wünsche ich mir, das immer mehr Menschen genauer hinschauen.

Komm zum Beispiel gern zum Weidebesuch am 30.10. oder einfach mal mit zum #Melken.

Komm gern mit zum Melken

Das ZDF war mit einer jungen Familie zu Gast beim Melken. Im Format Wachgeküsst werden Tagesausflüge und Urlaubsmöglichkeiten in Deutschland beleuchtet. Das finden wir natürlich besser als durch die Welt fliegen!

Ab Minute 34 ist unsere schöne Landschaft im Nationalpark Unteres Odertal zu sehen, unsere Tiere, auch die Kälber, die alle hier auf der Weide aufwachsen und dann 3-jährig auch auf der Weide geschossen werden. So wird der Kreislauf komplett und du bist dabei, wenn du unsere Produkte genießt.

Melde dich gern mit einem Terminvorschlag zum Mitmelken an (pünktlich um 7 fahren wir am Stall los) oder komm zum Weidebesuch (einmal im Monat samstags 12.30-14.30Uhr) und erlebe, wie Landwirtschaft auch aussehen kann.

Diesen und weitere spannende Beiträge kannst du in „Videos und Artikel“ ansehen.

Hof Stolze Kuh